Amt Biesenthal-Barnim
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Das Schlossbergareal in Biesenthal


Für die Gründung der Stadt Biesenthal hat das Gebiet des Schlossbergs ursächliche Bedeutung. Die Errichtung einer Burganlage Anfang des 13. Jahrhunderts auf dem Schlossberg diente den Askaniern als Ausgangspunkt ihrer Eroberungen im Barnim. Aus der Siedlung um die Burg herum entstand die Stadt Biesenthal.

Im Oktober 1907 wurde hier der Kaiser-Friedrich-Turm, der einen schönen Rundblick über das Stadtgebiet ermöglicht, eröffnet. Seit langem werden Versuche unternommen, für das Gebiet eine sinnvolle Nutzung zu erreichen und so eine langfristige Erhaltung des Turms und des umliegenden Gebietes zu ermöglichen. Hierzu haben engagierte Bürger mehrfach Projekte ins Leben gerufen. Auch seitens der Stadt wurden Anstrengungen unternommen und Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen durchgeführt.

Im Rahmen des INTERREG IV A Projekts „Ökologische Sanierung und naturtouristische Entwicklung von deutschen und polnischen Teileinzugsgebieten der Oder“ wurde es möglich, die Sanierungsbestrebungen auf ein solides finanzielles Fundament zu stellen. An diesem Förderprogramm sind die drei Partner beteiligt: der Förderverein Naturpark Barnim e.V, der polnische Projektpartner Drawienski Park Narodowy (Drawienski National Park, Drawa) und die Stadt Biesenthal. Ziel des Programms ist die Förderung der Infrastruktur für grenzübergreifende Kooperation und der Umweltsituation im Grenzraum von Polen und Deutschland. Durch Maßnahmen wurden die naturräumlich besonders wertvollen Gebiete des Naturparks Barnim und der Drawa ökologisch verbessert werden. Für ökologische Parameter wie Wasserrückhaltung, Durchgängigkeit, Strukturreichtum und Artenreichtum wurden deutlich günstigere Bedingungen geschaffen. Dazu wurden Sicherungs- und Umbaumaßnahmen an Fließgewässerabschnitten und Mooren vorgenommen, hier im Naturpark Barnim im Einzugsgebiet von Finow, Nonnenfließ und Prignitzfließ.

Die Sanierung des Schlossbergareals war Teil der naturtouristischen Erschließung. Gelegen am überregionalen Radweg Berlin-Usedom besitzt der Schlossberg das notwendige Potential für einen naturnahen Tourismus. Er ist als Ausgangspunkt für die naturtouristische Erschließung des Biesenthaler Beckens und des Finowtals entwickelt worden.

Auf Grund seiner Geschichte und seiner Lage, als Bodendenkmal mit denkmalgeschützen Bauwerken im Naturpark Barnim ist das Schlossbergareal aus denkmalpflegerischer Sicht und aus der Sicht des Naturschutzes sehr empfindlich. Bauliche Maßnahmen konnten nur sehr behutsam vorgenommen werden. Schon im Vorfeld waren die zuständigen Behörden wie das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, die Untere Denkmalschutzbehörde und die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Barnim, das Landesumweltamt Brandenburg und das Bauordnungsamt in die Planungen einbezogen worden.

Im Einzelnen gliederte sich das Projekt in zehn Maßnahmen. Als erstes ist parallel zum Wehrmühlenweg der Neubau einer Sanitäranlage vorgenommen worden. Als zweites wurden weitere Sanierungsarbeiten am Schlossbergturm durchgeführt. Die Fassade und die Fenster wurden repariert oder wieder hergestellt und die Eingangssituation wurde in Anlehnung an das historische Vorbild rekonstruiert. Auch im Inneren wurden Restaurierungs- und Ausbesserungsarbeiten durchgeführt. Zum Schutz vor Wildschäden und gegen unberechtigtes Betreten wurde das gesamte Gelände als drittes so unauffällig wie möglich eingezäunt. Viertens wurden die Reste der Burg gegen weiteren Verfall gesichert, indem die Mauerkrone abgedeckt wird. Die Treppe zum Boden des Kellers und eine Absturzsicherung um die Ruine wurden hergerichtet, so dass diese sicher begangen werden können. Die Wege und Pfade wurden fünftens wieder sicher begehbar hergestellt. Die derzeitig vorhandene Treppe hoch zum Schlossbergturm befand sich in einem schlechten Zustand und verfügte über ein Steigungsverhältnis, dass eine bequeme Begehung unmöglich machte. Hier wurde als sechstes die Treppe erneuert. An fünf Standorten im Gebiet entstanden als siebentes Informationsstandorte. Die Her- und Aufstellung der interaktiven Informationsstellen erfolgten als achtes unter der Federführung des Naturparks Barnim. Ursprünglich war der Schlossbergturm nicht bewachsen. Heute jedoch ist er mit großen Bäumen und Gebüsch so dicht bewachsen, so dass man den Schlossbergturm von der Ebene Wehrmühlenweg aus nur erahnen kann. In Abstimmung mit der Naturschutzbehörde und der Denkmalpflege wurde als neuntes eine Sichtschneise hergestellt, die die ursprüngliche Situation erlebbar macht und die Aufmerksamkeit auf den Turm lenkt. Schließlich wurde auch die Treppe zum Küchenberg Instand erneuert. Die Kosten für dieses Teil des INTERREG IV A Projektes belaufen sich auf ca. 552.000 € von denen ca. 472.000 € gefördert werden. Mit dem Abschluss der Arbeiten 2014 erhielt die Stadt Biesenthal eines seiner prägenden Bauwerke in würdiger Form zurück. Es steht als interessante Sehenswürdigkeit zu Verfügung, die als Ausgangspunkt für die touristische Erforschung der Stadt und des Umlandes dienen kann und die Bekanntheit von Stadt und Umland steigert. Die Möglichkeit zur Durchführung von Veranstaltungen und Projekten verschiedenster Art auf dem Gelände wird zur Stärkung des kulturellen Leben und des bürgerschaftlichen Engagement unserer Naturparkstadt Biesenthal beitragen.

Gefördert wurde das Vorhaben durch das INTERREG IV A Projekt „Ökologische Sanierung und naturtouristische Entwicklung von deutschen und polnischen Teileinzugsgebieten der Oder“.





 


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