
„Erster Spatenstich“, September 2008 |
Im Sommer 2003 wurde eine Machbarkeitsstudie „Wassertourismus
Initiative Nordbrandenburg“ (WIN) vorgelegt. Untersucht wurde
die Frage, ob und wie es möglich ist, den Norden Brandenburgs mit
seinen unzähligen Seen, Flüssen und Kanälen so zu vernetzen,
dass sich daraus ein für den Wassertourismus attraktives Gebiet
entwickeln kann. In diesen Gewässern soll das Führen von Charterbooten
ohne Sportbootführerschein möglich sein. Das ist bereits jetzt
schon vom Südende der Müritz bis Zehdenick und in den Rheinsberger
Gewässern erlaubt. Dem Tourismus in dieser strukturschwachen aber
landschaftlich äußerst reizvollen Region soll die Umsetzung
dieses Projektes einen deutlichen Aufschwung bringen. Beispiele für
eine derartige Entwicklung gibt es schon in Südfrankreich und Schweden.
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| Wer damals bei den ersten Vorstellungen dieser Ideen ungläubig
mit dem Kopf geschüttelt hat, wird mittlerweile eines Besseren
belehrt. Auf den Fluren westlich von Marienwerder und auf dem ehemaligen
Sägewerksgelände, das nördlich an den Ort angrenzt, hat
sich eine Großbaustelle aufgetan. Die Landschaft wird durch den
Bau eines neuen Werbellinkanals neu gestaltet. Hier entsteht unter der
Bauherrschaft einer (mit allem Respekt) kleinen Gemeinde ein schiffbares
Gewässer - bisher einmalig im Land Brandenburg! Die Wiederherstellung
des einst verschütteten Kanalabschnittes ist Teil des WIN - Projektes
und erfährt eine hohe öffentliche Förderung insbesondere
durch das Wirtschaftsministerium des Landes Brandenburg, den Landkreis
Barnim und durch die Agentur für Arbeit Eberswalde. |

Abtragung des Mutterbodens, Februar 2009 (Bild
© V. Schönfeld) |
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Schwerer Pfahlverbau, Mai 2009 (Bild
© V. Schönfeld) |

Arbeiten im Bereich der Dichtungsstrecke, Juli 2009 (Bild
© V. Schönfeld) |
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| Nachdem sich die Gemeinde 2005 dazu bekannte, mit dem
Kanalbau eine Pionierrolle bei der Umsetzung des „WIN –
Gedankens“ zu übernehmen, wurde den Beteiligten bald klar,
welche speziellen Probleme bei der Umsetzung eines derartigen, für
eine Gemeinde untypischen Bauwerkes zu lösen sind. Nach Zusage
der Planungsförderung durch das Landwirtschaftsministerium wurde
2007 ein Komplex an Planungen durch die beauftragten Büros erarbeitet.
Mit Beschluss des Landesumweltamtes wurde im Mai 2008 der Plan für
den Ausbau der vorhandenen und Neubau der verschütteten, neu zu
errichtenden Kanalstrecke zwischen dem Finow - und dem Oder - Havel
– Kanal festgestellt. Gleichzeitig mit der Fortführung der
einzelnen Planungsphasen musste der Grundstückserwerb für
die Trasse getätigt werden. Auch hier gab es viele Hürden
zu nehmen. Im Spätherbst 2008 war es dann soweit. Die Bauarbeiten
konnten beginnen. |
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Einbau der Wasserbausteine (Grauwacke aus Sachsen), Juli 2009 (Bild
© V. Schönfeld) |

Einbau einer geosynthetischen Tondichtungsbahn, Juli 2009 |
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| Die zur Baufeldfreimachung notwendigen Baumfällarbeiten
wurden im Herbst und Winter 2008/09 durchgeführt. Anfang des
Jahres 2009 begannen die umfangreichen Bauarbeiten auf der gut 3 km
langen Kanalstrecke. Da die Fahrwasserbreite für den Begegnungsfall
von zwei jeweils 4,60 m breiten Hausbooten berechnet ist und die Fahrwassertiefe
1,70 m betragen soll, sind in Abhängigkeit der natürlichen
Gegebenheiten drei differenzierte Regelquerschnitte zu realisieren.
So wird beispielsweise der mittlere ca. 1200 m lange Bauabschnitt
als gedichtete Dammstrecke mit einer Trassenbreite von 45 m (incl.
unbefestigte Wirtschaftswege) ausgebaut. Der eigentliche Kanalbau
wird planmäßig im November 2009 abgeschlossen sein. |
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Abschnitt der gedichteten Dammstrecke vor der Fertigstellung, August
2009
(Bild © V. Schönfeld)

Bauberatung im Bereich der zukünftigen Wegebrücke,
September 2009
(Bilder © V. Schönfeld)
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Im Herbst 2009 wird mit den Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen
begonnen werden. Diese Leistungen sollen den Eingriff in die Natur
kompensieren und umfassen u. a. die Bepflanzung von Abschnitten des
Kanalufers und einer Aschedeponie in Eberswalde sowie das Anlegen
von zwei Amphibienlaichgewässern in Kanalnähe. Mit dem Abschluss
dieser Maßnahmen ist erst nach 2010 zu rechnen. Der Bau der
landwirtschaftlichen Wegebrücke und der Straßenbrücke
soll 2010 erfolgen. Bis dahin werden Behelfsüberfahrten die Erreichbarkeit
der Flächen gewährleisten. Gut 5 Millionen Euro werden dann
in das Projekt geflossen sein.
Mit dem Entstehen dieses schiffbaren Kanals wird ein deutliches Signal
für die Weiterentwicklung der anderen WIN- Projekte, wie z.B.
die Wiederschiffbarmachung des Langen Trödels zwischen Liebenwalde
und Zerpenschleuse gegeben. Nur bei Umsetzung des Gesamtprojektes
werden sich die prognostizierten Effekte für die Tourismuswirtschaft
in der Region einstellen – und Marienwerder wird davon profitieren.
V. Schönfeld
FBL Bürgerservice
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