Kurfürstliches Domänenamt 1577 - 1845
Das Domänenamt
Im 16. Jahrhundert verfestigte sich die Landesherrschaft mit dem Ausbau der
fürstlichen Verwaltungsorganisation. Das Domänenamt ist Organ der
landesfürstlichen Verwaltung. Zum Domanialvermögen gehörte
meist der land- und forstwirtschaftliche Besitz der Landesherren, dessen Erträge
zum Bestreiten der persönlichen Bedürfnisse sowie zur Finanzierung
der Hofhaltung des Fürsten dienten und zur Kostendeckung der Landesverwaltung
beitrugen.
1577
- teils durch Tausch, teils durch bare Bezahlung erwarb der Kurfürst
Johann Georg von Brandenburg die Biesenthalschen Güter von den Vettern
und Gebrüdern von Arnim
- auf dem Schlosse (Schloßberg) wurde ein kurfürstliches Amt eingerichtet,
zu welchem außer dem Städtchen Biesenthal die Dörfer:
Danewitz, Rüdenitz, Steinfurt, Schöpfurt, Hekelwerk, Beiersorf,
Schwanebeck, Freudenberg, Schönow, halb Schönefeld, Wensickendorf
und wüst Woltersdorf gehörten
1618 – 1648
marodierende Soldatenhorden während des 30-jährigen Krieg, aber
auch der „Zahn der Zeit“ hatten die Burg und damit den Sitz des
Domänenamtes zerstört
Neue Amtsgebäude entstanden unterhalb des Schlossberges hinter der Schulstraße,
auf dem Gelände des späteren Amtsgartens.
1756
Der große Stadtbrand machte auch vor diesen Gebäuden keinen Halt,
obwohl es schon an der Peripherie der Stadt lag.
Nach 1756
Ein letztes Amtshaus wurde nach diesem Großbrand durch den Amtsverwalter
Bötticher in der Nähe der Colonistenhäuser d.h. zwischen heutiger
Schützenstraße und Gartenstraße aufgebaut.
Das „Amtsgehöft“ umfasste neben dem
a) zweistöckigen Amtshaus mit Küchenanbau und Amtsgefängnis
b) das Meierhaus,
c) Brau- und Brennereigebäude,
d) Schweineställe, Mastkoben, Scheunen, Wagenremise mit Schirrkammer
e) einen großen Viehstall und
f) das Gerichts- und Wirtschaftsgebäude, nebst Pferdeställen und
Federviehstall.
g) Zwei Familienhäuser an der Platage (züdlich zwischen Rüdnitzer-
und Gartenstraße)
h) Backhaus (vor dem Amtshaus, an der Stelle des späteren Schützenhauses
i) das Spritzenhaus mit Feuerleiterschauer
j) und drei Schäfereigebäude.
1845
Durch Käufe, Verkäufe und Erbteilungen kam es zu einer Besitzzersplitterung
in der Biesenthaler Gemarkung. Es erfolgte die Separation. Die Gebäude
fielen an die Stadt Biesenthal, die sie im Januar 1846 öffentlich ausbot.
Die Amtsbrauerei wurde bis 1934 weitergeführt. Danach wurden alle noch
vorhandenen Nebengebäude des „Amtsgehöftes“ abgerissen.
Das Amtsgebäude selbst wurde zu Wohnzwecken genutzt. Ab 1958 wurde in
diesem Gebäude (zunächst in der unteren Etage) die Kinderkrippe
untergebracht. Nachdem sich die Kinderzahlen so erhöht haben, dass auch
die 2. Etage nicht mehr ausreichte, wurde etwa 1978 das Gebäude durch
eine 3. Etage aufgestockt, dabei musste das schöne Walmdach einem Flachdach
weichen. Seit dem Jahre 1993 befindet sich in dem alten Gebäude des Domänenamtes
wieder ein Amt.
Der Amtmann
Ursprünglich der Voigt, im Laufe des 15. / 16. Jahrhundert:
Amthauptmann, beide entsprechen sich, geändert, wurde nur die Bezeichnung
und sie stellen einen leitenden Verwaltungsbeamten dar.
Er war der Vorsteher eines territorial umschriebenen Amtsbezirkes. Zu den
Aufgaben des Amtsmannes gehörte die Verwaltung von Gütern, das
Eintreiben der Steuern und die Sorge für Sicherheit und Ordnung.
Der Amtsmann gehörte dem mittleren Adel an.
Amtsschreiber
Im 16. / 17. Jahrhundert erscheinen Amtsschreiber häufiger,
sie hatten die Schreibarbeiten unter Leitung des Behördenchefs zu erledigen
und das Verzeichnis über Einnahmen und Ausgaben der Ämter zu führen.
Sie nahmen aber auch richterliche Funktionen wahr, da die Ämter statt
des ordentlichen Gerichtes kleinere Strafsachen im Vergleich und auch sonstige
geringere Justizsachen allein erledigten.
Man kann ihn als die rechte Hand des Amtmannes bezeichnen.